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Der Gedanke

Unsere Sicht der Dinge bei KRYPTON ist relativ einfach. Wir wollen unabhängig sein in dem, was wir tun, und wir wollen selbst entscheiden, wann wir etwas tun.

Natürlich leben wir alle in einem Zeitsystem. Aber neben dieser physikalisch-theoretischen Zeitskala ist die Zeit für einen jeden von uns relativ. Es kommt also auf die Sicht der Dinge des Einzelnen an.

Bis zur Gründung von KRYPTONWATCH mussten 80 Jahre lang verschiedenste Gedanken gedacht werden und Zufälle geschehen ...

1935

Schrödingers Katze und die Fliehkraft

Der Physiker Erwin Schrödinger veröffentlichte 1935 erstmals sein Gedankenexperiment, das später unter der Bezeichnung „Schrödingers Katze“ Weltruhm erlangte.

In diesem Paradoxon kann sich eine Katze nach den Regeln der Quantenmechanik in einem sogenannten Überlagerungszustand befinden, in dem die Katze gleichzeitig lebendig und tot ist.

Im selben Jahr arbeitete mein Großvater Kurt Löhner in München als Chefentwickler bei BMW an seinem Patent des sogenannten Fliehkraftabscheiders. Er setzte sich im Zusammenhang mit der Zentrifugalkraft auch mit dem Edelgas KRYPTON als Arbeitsmedium auseinander. Das diente uns dann Jahrzehnte später als Inspiration für den Markennamen.

Letztlich passt das sehr gut zu unserem Markenkern, denn KRYPTON ist einatomig und geht keine Verbindungen mit anderen Elementen ein. So gesehen ist KRYPTON ein Einzelgänger und somit unabhängig.

1936

Würfel und Uhrwerke

Ende 1936 traf mein Großvater nach einem Vortrag an der Universität in Graz zufällig auf Erwin Schrödinger.

In einem nicht einmal fünfzehnminütigen Gespräch stellte Schrödinger noch einmal fest, dass er Albert Einsteins Ansatz, dass „der Herrgott nicht würfelt“ und den Dingen ein Uhrwerk zugrunde liegen müsse, für schwachbrüstig halte (dieses Wort soll er tatsächlich benutzt haben).

Auf der Rückfahrt nach München dachte mein Großvater über die Ausführungen von Schrödinger nach und stellte für sich fest, dass die eine Realität, die wie ein kalkulierbares Uhrwerk funktionieren soll, ein Konzept ist, dass die Entscheidungsfähigkeit des Menschen und dessen Unabhängigkeit in Frage stellt.

Wie mein Vater mir berichtete, war mein Opa der Meinung, dass – dem Gedankenexperiment von Schrödingers Katze folgend – ein solches Uhrwerk, das das Schicksal bestimmt und den Zufall ausschließt, in einem Überlagerungszustand gleichzeitig sowohl existieren könne als auch nicht. Ein Gedanke, dem ich nicht gleich folgen konnte, wenn ich ehrlich bin.

1938-1942

Turbojet und Umzug

1938 marschierten die deutschen Truppen in Österreich ein und Erwin Schrödinger verließ als Urlaubsreisender getarnt das Land. Mein Großvater war zu jener Zeit absolut in seine Arbeit vertieft. 1938 begann er mit der Arbeit am Turbojet für BMW.

Bis 1942 wurde das Einwellen-Strahltriebwerk unter Federführung meines Großvaters Kurt Löhner bei BMW entwickelt. Nachdem die ersten Flugerprobungen 1941 begannen, sah er allerdings die Gefahr, dass seine Entwicklungen militärisch zweckentfremdet werden könnten. So beschloss er, seinen Dienst nicht mehr in die Entwicklung des Turbojets zu stellen und zog mit seiner Familie (unter anderem mit meinem Vater Ingolf) nach Braunschweig, um in der wissenschaftlichen Lehre tätig zu werden.

In Braunschweig erhielt er eine Professur und leitete das Institut für Verbrennungskraftmaschinen an der Technischen Hochschule. Die Nähe zum Harz war für ihn ein Glücksgriff, denn so konnte er nach Kriegsende seine Leidenschaft für das Bobfahren wieder ausleben.

1978

Die Skizze

Als ich sieben Jahre alt war, starb mein Großvater im Jahr 1978. Im selben Jahr fertigte mein Vater – seinerzeit Jungingenieur bei Volkswagen in Wolfsburg – die folgende Skizze. Grundlage dafür waren seine Erinnerungen an die Gespräche mit seinem Vater. Von dem Treffen mit Erwin Schrödinger hatte der ihm oft mit Begeisterung erzählt und auch von der Idee eines Uhrwerks, das im selben Zeitpunkt existierte und nicht existierte.

1981

when times get tough.

1981 war mein Vater Ingolf Löhner für Volkswagen in Kalifornien, um dort an dem Thema „Umweltdiesel“ zu arbeiten (eine Sache, die man heute rund um Dieselgate und andere Affären eigentlich gar nicht erwähnen dürfte). Als ehemaliger Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften im Gewichtheben verbrachte er seine Freizeit auch in Venice Beach.

Dort hat er – unter der kalifornischen Sonne, wie ich mir das vorstelle – eine zweite Skizze einer Uhr angefertigt, die heute leider nicht mehr existiert. Die hat er dann betitelt mit „when times get tough“. Dabei scheinen sich tatsächlich die Themen Zeit und Gewichteheben gepaart zu haben. Letztlich ist das jetzt auch der heutige KRYPTON-Claim.

2001

Cosmic Banditos

20 Jahre später komme ich dann ins Spiel:
Elmar Löhner.

2001 sprach mich ein Freund darauf an, ob ich mit auf die Suche nach dem Autor A.C. Weisbecker gehen wolle, um dessen ersten Roman „Cosmic Banditos“ in Deutschland zu verlegen.

Nachdem ich den Roman gelesen hatte, der sich auf humorvolle Art auch mit der Quantenmechanik und Schrödingers Katze beschäftigt, flogen wir nach Montauk, um den Autor zu treffen. Einige gemeinsame Flaschen Rum und diverse Diskussionen zur Vielweltentheorie konnten Weisbecker überzeugen, dass wir die Richtigen waren, um seine Bücher in Deutschland zu veröffentlichen.

2014

KRYPTON Watch entsteht

2014 traf ich in Braunschweig nach einigen Jahren Auszeit erneut auf meinen Verlagskollegen und wir sinnierten gleich wieder über die alten Tage und kamen auf ein Kapitel in dem ersten Buch, das wir seinerzeit verlegt hatten. Das Kapitel trägt den Namen: Schrödingers Bandito.

Als ich dann von dem Treffen meines Großvaters Kurt mit Erwin Schrödinger und den Fortgang der Geschichte berichtete, entstand die Idee von KRYPTON Watch. Meinen Vater konnte ich auch noch reaktivieren, der tagtäglich seine Erfahrung und mitunter sonderbare Ingenieursdenke beisteuert.

2016

Schrödinger 1936

Nach genau 80 Jahren haben wir es endlich geschafft, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Die Uhr ist ein Tribut an die Quantenphysik und macht das Ablesen der Zeit unmöglich. Die Zeit wird dadurch nicht nur relativ, sondern wir nehmen sie auch ganz anders wahr.

Wir können es selbst nicht glauben, wie lange der Sekundenzeiger braucht, um nach 60 Sekunden wieder im Sichtfeld zu erscheinen. Man hat das Gefühl, als würde sich die Zeit strecken (und das, obwohl wir Schweizer Präzisionsuhrwerke verbauen).

Die Schrödinger 1936 kommt im November in limitierter Auflage auf den Markt.

Noch limitierter ist das Unikat, das wir für unseren Mitstreiter Allan Weisbecker gebaut haben. Es soll ihn daran erinnern, dass er so bleiben soll, wie er ist. Er ist unabhängig in dem, was er tut und er entscheidet selbst, wann er es tut.

Und wollen wir das nicht alle?

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Braunschweig
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